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Reiseblog

Killarney Nationalpark II

Das Killarney Valley ist sehr gut infrastrukturiert für Touristen. Vom zentralen Parkplatz aus erreicht man Spazier- und Wanderwege, Kutschfahrten, Bootsfahrten auf den Seen und Sehenswürdigkeiten wie Ross Castle und Killarney House and Gardens.   

Zunächst stöbern wir im Souvenirladen am Restaurant. Es gibt tatsächlich Präsente mit der Aufschrift „Thanks for caring for my pet“ Oder „Thanks for caring for my garden“. Perfekt, das bekommen die Nachbarn zu Hause für das Füttern der Tiere. Dann wird noch breakfast tea eingepackt für den Opa, der Schwarztee – Liebhaber ist und jede Menge fudge mit Kleeblatt- Motiv für alle, die wir sonst noch an unserem Irland- Urlaub teilhaben lassen wollen. Bei allem nehmen wir die leichte Verpackung in der Tüte statt der hübschen Geschenkdosen – besorgt denken wir an das Koffergewicht. Ich gönne mir einen neuen Schal aus dem Wolle-Land Irland (viele Schafe und so, weißt schon). Eigentlich denke ich dabei an die kalte Jahreszeit, aber der Schal soll mir schon in diesem Urlaub gut zu pass kommen. Ritter Robert inspiziert die Regenjacken, die in Irland vielerorts für die Touristen angeboten werden – wie rücksichtsvoll. Die Kinder nehmen so ziemlich ALLES in die Hand, was der Laden zu bieten hat, entscheiden dann aber ganz vernünftig, dass das meiste zwar im ersten Moment ulkig aussieht, aber nicht wirklich als Spielzeug durchgeht. Ohne etwas für sie zu kaufen und ohne Betteln verlassen wir den Laden. Jedoch nehmen sie uns noch das Versprechen ab, dass sie sich bei einer anderen Gelegenheit etwas aussuchen dürfen.   

Muckross Traditional Farms

Als nächste Aktivität entscheiden wir uns für Muckross Traditional Farms. Der stattliche Eintritt überrascht mich etwas, wo wir doch zu Hause mit kostenlosen Kinderbauernhöfen in der Stadt verwöhnt werden. Aber wir bekommen einiges geboten. Auf einem großen Gebiet in Hanglage kann man alte Bauernhäuser besuchen, in denen das Leben auf dem Land vor etwa 100 Jahren dargestellt wird. Wir kommen pünktlich zum Kuh melken: Kuh Rosie hat ein volles Euter. Ein älterer Herr sitzt auf einem Schemel und melkt sie mit der Hand über einem Eimer. „Kann ich auch mal?“, platze ich heraus. Seitdem ich zwei Kinder gestillt habe, fühle ich mit Milchkühen mit: es fordert dem Körper so viel Energie ab und verläuft nicht immer schmerz- und komplikationsfrei. Und was für eine Erleichterung, wenn die Milch abgenommen wird. Ich setze mich auf den Schemel und greife sanft, aber beherzt zu. Auf Anhieb kommt die Milch geschossen! Zugegeben, nicht so zügig und effizient wie bei dem Bauern, aber es klappt! Frodo hat gut zugeschaut und will auch probieren. Auch ihm gelingt es gleich. Strahlend vor Stolz sehen wir uns an. Ich bedanke mich bei dem Bauern und Kuh Rosie für diese besondere Erfahrung. Ab jetzt werden wir jedes Mal, wenn wir die gute Kerrygold- Butter essen, an die Kuh Rosie denken.

In der Scheune können wir die süßen Tierkinder besuchen, die dieses Frühjahr geboren wurden: drollige Kätzchen, die ihren eigenen Schwanz jagen, einige Ferkel, ein Kälbchen, einige Lämmchen und ein zuckersüßes Eselfohlen. Wir gehen noch auf den Spielplatz und beenden den Rundweg.  

Muckross House and Gardens

Der Nachmittag neigt sich schon langsam dem Ende zu, als wir aus dem Farmgelände stolpern. Schon etwas laufmüde schlumpern wir vor zur Seeaussicht. Muckross House ist von einer gepflegten Parkanlage umgeben. Eine mächtige Zeder streckt ihre starken Äste weit über den Weg. Die weitläufige Wiese, zieht sich bis ans Seeufer und lädt zum Spielen und Verweilen ein. Eine Familie in schicker Kleidung, die aus Indien oder Pakistan stammen könnte, schlendert über den engl- ääh- irischen Rasen. Der Vater legt die Anzugjacke ab und lässt sich zu einem Purzelbaum hinreißen zur ausgelassenen Freude seiner Kinder. Hundebesitzer werfen Stöckchen, die älteren Herrschaften sitzen auf Bänken und schauen in die Ferne. Es ist ein herrlich warmer Tag gewesen, den ganzen Tag konnten wir kurze Sachen tragen.

Wir könnten hier im Killarney Nationalpark noch so viel unternehmen: Kajakfahren auf den Seen, längere Wanderungen machen (diesmal mit Beschilderung) und die anderen Ruinen und Burgen besuchen. Für heute haben wir genug gesehen. Außerdem haben wir noch etwas vor! Heute ist Sonntag und in unserem Ort gibt es heute Livemusik im Pub. Wir machen uns auf den Rückweg.

Das Pub ist schon gut gefüllt, als wir zwischen 7 und 8 Uhr abends hineinschlendern. Alle Sitzplätze sind besetzt. Ein bißchen verloren stehen wir in der Gegend rum, während die Kellnerinnnen mit vollen Tellern an uns vorbeiflitzen. Hmmmm, der Essensduft steigt uns in die Nase und erinnert uns an unseren Hunger. Wir wollten hier vor der Musik zu Abendessen. Die Kellnerinnen besprechen sich mit dem Chef, nee, zum Abendessen können sie uns leider nichts bieten, wir hatten nicht reserviert. Die Kellnerin bedauert es sichtlich. Wir kämen später nochmal auf einen Drink wieder, sagen wir. Drüben beim fish and chips Imbiß füllen wir uns die Bäuche. Auch dort ist viel los, immer wieder fahren Autos vor und bestellen eine große Portion to go. Auf der kleinen Wiese am zentralen Platz des Örtchens liefern sich einige Väter mit ihren kleinen Söhnen ein spannendes Fußballmatch. Nach dem Essen laufen wir nochmal zum Pub rüber. Die dreiköpfige Band hat sich inzwischen in der vordersten Ecke des Pubs installiert und spielt bereits – ein Banjo, eine Gitarre und eine Fiddel. Diesmal können wir einen hohen Tisch ergattern. „Did you get a bite, guys?“ erkundigt sich die Kellnerin noch freundlich. Wir geben einen Daumen nach oben und bestellen Limonade für die Kinder, Bier und Cider für die Eltern.

Die Musik hat einen flotten Rhythmus, aber bis jetzt schwingt keiner das Tanzbein. Wir bleiben ein Weilchen, die ganze Zeit bleibt das Publikum beherrscht, sie sitzen und schwatzen, trinken und essen. Noch vor um 10 machen wir uns mit den Kindern im Schlepptau auf den Heimweg, für uns ist es Zeit fürs Bettchen. Ich hoffe für die anderen, dass es hier und heute zu später Stunde noch so richtig abgeht.
Hm, das war also unsere erst Live-Musik Erfahrung im Pub. Ich denke, da ist noch mehr drin…

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