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Reiseblog

Die letzten 24 Stunden: Galway und Athlone

Im ältesten Pub Irlands (Oder sogar der Welt??)

Wir kehren unser schönes Ferienhaus aus und frühstücken ein letztes Mal im schnuckeligen Roundstone. Wir befinden uns auf dem Rückweg nach Dublin, wo wir morgen unser Mietauto abgeben und unseren Rückflug antreten werden. Aber bis dahin sind noch mehr als 24 Stunden Zeit, in denen es noch viel zu sehen gibt.

Wir halten am Derryclare Lough dessen Pine Island ein berühmtes Fotomotiv ist.

Den Nachmittag verbringen wir in Galway. Die Stadt an der Galway-Bucht ist die einwohnerreichste Stadt im Westen Irlands (aktuell um die 83.000 Einwohner, Tendenz steigend). Durch ihre zwei Universitäten zieht sie junges Publikum an: man meint den Einfluss direkt zu sehen und zu spüren: Kunst und Kultur machen die Stadt bunt.  

Nach einem Snack stromern wir ein bisschen durch die Gassen und Einkaufsstraßen des Zentrums. In einem Musikgeschäft bleibt kein Musikinstrument ungezupft oder -geblasen. Die Kinder finden die Klangschalen und die Ukulele toll. Nichts davon würde in den Koffer passen, super Eltern-Ausrede. Eine kleine irische Flöte (Irish Tin Whistle) kaufen wir aber zum kleinen Preis, die passt noch rein. Für einen Museumsbesuch oder ähnliches bleibt heute keine Zeit. 

Im Zentrum von Galway

Am frühen Abend kommen wir an unserer Übernachtungsgelegenheit an. Wir befinden uns nun sprichwörtlich in der Mitte Irlands, in der Nähe der Stadt Athlone. Wir verlassen die Landstraße und müssen noch ein ganzes Stück einem Weg folgen, bis wir zur mutmaßlich richtigen Adresse kommen. Wir drücken auf den Klingelknopf an einem efeubewachsenen Steinmäuerchen. Kurz darauf öffnet sich automatisch ein schmiedeeisernes, doppelflügeliges Tor. „Sind die adlig?“ will Abenteurer Frodo wissen. Wir werden von einer freundlichen Dame empfangen, der dieses Bed and Breakfast gehört. Ohne Krone auf dem Kopf. Wir lassen uns das Nötigste zeigen, jetzt sind wir erstmal geschafft, wir werden morgen mit ihr plaudern.

Am Ufer des River Shannon
Das Wehr des Shannon in Athlone

Abends fahren wir in die Stadt Athlone und essen in einem Restaurant. Ein letztes Mal frittiertes, es wurde doch langsam etwas einseitig. Aber da es das Abschiedsessen ist, schmeckt es doch.

Wir schlendern zum Flussufer. Das laute Rauschen kommt von dem großen Wehr. Der Fluss ist hier nicht durchgehend beschiffbar. Flussaufwärts wird er vor allem für touristische Ausflugsschifffahrt genutzt. Wer weiter flussabwärts möchte, der muss schleusen.

Ooohh Hausboote. Natürlich, das ist doch der Fluss Shannon, auf dem wir damals auch mit dem Hausboot gefahren sind (Pleasure Cruiser auf englisch, wie lustig). Am letzten Abend in Irland werden wieder die Erinnerungen an den Urlaub in meiner Jugend geweckt. Das Boot festmachen mit einem Palstek, in der Schleuse das Tau nur locker über den Poller legen. Der Teekessel pfeift in der Kombüse.
In nostalgischer Stimmung will ich den Schleusenwärter anquatschen, aber der macht gerade Feierabend. Ich schicke der Jugendfreundin ein Foto. Wann werden unsere Kinder alt genug sein für einen Hausboot- Urlaub?

Castle Athlone
St Peter und Pauls Kathedrale in Athlone
Sean´s Bar, man sagt das älteste Pub Irlands

Auf dem weiteren Spaziergang kommen wir am robusten Castle Athlone und der St. Peter und Paul´s Kathedrale vorbei. Ein Wehr, eine Burg, eine Kathedrale, das riecht nach langer Geschichte:

Diese Stelle des River Shannon wird schon seit tausenden von Jahren von den Menschen genutzt um den Fluss zu überqueren. Die strategisch wichtige Furt wurde im Mittelalter immer wieder umkämpft.
Um 900 n.Chr. soll es hier einen Mann namens Luan gegeben haben, der die Menschen über den Fluss geleitete. Und was fehlt, wenn viele Reisende hier entlangkommen und auf einen günstigen Moment zur Weiterreise warten müssen? Richtig: eine Wirtschaft. Sean`s Bar (ursprünglich wohl Luan´s Inn) soll das älteste Pub Irlands sein, vielleicht sogar der Welt. Dort begann die Siedlungsgeschichte von Athlone.

Diesen Ort können wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Schon von draußen hören wir die Livemusik aus Sean´s Bar. Wir schlängeln uns durch den Kreis der Zuhörer und reihen uns sein. Lächelnd, aber entschlossen kommt ein Barkeeper auf uns zu. Keine Kinder nach 8Uhr abends im Pub! Hmpf, Bummer! Und zack stehen wir wieder auf der Straße.  
Tja, Familienurlaub. Unser Besuch von Irlands ältestem Pub hat ungefähr 50 Sekunden gedauert. Aber wir können sagen wir sind da gewesen!

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